Sensation: Martina Schild holt Olympia-Silber - 2006
Super Leistung der Grindelwalder Skirennfahrerin in San Sicario
Was sich schon im Training ankündigte und zum Träumen anregete, ist nun eingetroffen: Martina Schild, die von dieser Zeitung bereits 2002 zum Sportkopf des Jahres gekürt wurde, wurde bei der olympischen Frauen-Abfahrt in San Sicario sensationell Zweite und holte Silber. Und dies vor so klingenden Namen wie Anja Pärson oder Renate Götschl. Einzig die Östereicherin Michaela Dorfmeister war noch schneller als die Grindelwalderin.
Die Verhältnisse in der Olympia-Abfahrt der Frauen waren nicht mehr so optimal wie in den Trainings. Die vielen Schläge waren bei den schlechten Lichtbedingungen kaum zu sehen. Das schien im Schweizer-Team zuerst Sylviane Berthod nicht zu irritieren. Lange Zeit konnte sie den dritten Rang verteidigen. Nadia Styger übernahm mit der Nummer 20 mit 0,07 Sekunden Vorsprung die Führung. Michaela Dorfmeister pulverisierte die Zeit mit einem Vorsprung von 1,13 Sekunden. Gleich dahinter fuhr Renate Götschl auf Rang zwei. Fränzi Aufdenblatten musste sich auf der ganzen Strecke geschlagen geben. Angestachelt von den Leistungen von Styger startete die Grindelwalder Hoffnungsträgerin Martina Schild. Nach der ersten Zwischenzeit lag sie 29 Hunderstel hinter Dorfmeister zurück. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von 62 Hunderstel kam sie mit einem Rückstand von 37 Hunderstel ins Ziel. Anja Pärson lag oben noch 29 Hunderstel vorn, verlor aber bis ins Ziel 64 Hunderstel und wurde dritte. Die Trainingserste Kelly Vanderbeek verlor viel Zeit und fiel zurück. Mit der Nummer 34 folgte noch Carole Montillet, die Olympiasiegerin von 2002, die nach ihrem Sturz keine Chance hatte.
Für Martina Schild ist ein Traum in Erfüllung gegangen
Damit war der zweite Platz und Olympia-Silber von Martina Schild Tatsache. Gegenüber dem Schweizer Fernsehen erklärte sie, dass ein Traum in Erfüllung gegangen sei. Entscheidend sei gewesen, dass sie ihre Form Schritt für Schritt aufgebaut habe. Das ganze Umfeld habe gepasst. Nun können also in Grindelwald die Korken knallen. Mit ihrem zweiten Platz holte Martina Schild 58 Jahre nach ihrer Grossmutter Hedy Schlunegger, die 1948 die Goldmedaille in der Abfahrt bei den Spielen in St. Moritz herausfuhr, wieder olympisches Edelmetall nach Grindelwald.
Echo von Grindelwald
